WISSENSWERT
[ Allgemeine Informationen ]
Das 8400qm große Fichten- und Buchenwaldstück mit seinem Labyrinth aus Jurafelsen hat schon immer die Fantasie der Besucher angeregt. Besonders die auffällige Anordnung und Symmetrien der Jurafelsen geben Rätsel auf, die vermutlich mit der typischen, geologischen Tektonik vor Ort in der Region erklärt werden können. Geologisch könnten die vielen Winkel und Symmetrien mit Spannungsrissen in den Felsen aus der Jurazeit (ca. 140 – 200 Millionen Jahr v. Christus) erklärt werden. Es kann aber nicht ausgeschlossen werden, dass auch vereinzelt die Jurafelsen im Labyrinth des Druidenhains noch bearbeitet wurden.
[ Die Kelten ]
Es ist gut vorstellbar, dass in früheren Besiedlungen beispielsweise zur Eisenzeit die Kelten dieses Felslabyrinth aufgrund seiner Ausrichtung astrologisch als Himmelsgestirns – und Jahreszeitenkalender genutzt und interpretiert haben. Es handelt sich dabei um einen lunisolaren Kalender, der sich sowohl nach der Sonne als auch nach dem Mond richtete und 12 Monate umfasste. Vieles ist aber schwer zu belegen, da die Kelten keine Literatur oder schriftliche Geschichte überliefert haben sondern ihr Wissen mündlich weitergaben. Es gibt vereinzelt Schriftstücke und Literatur über die Kelten von römischen Schriftstellern, aber nicht von den Kelten selbst.
Die Kelten besiedelten in verschiedenen Stämmen Mittel- und Westeuropa ca. 800 bis 50v. Chr. Ihr Kerngebiet lag im heutigen Deutschland. Ihr Einflussbereich und Handel erstreckte sich aber auch weit nach Norden und Osteuropa. Die keltische Kultur umfasste viele Volksstämme mit unterschiedlichen Sprachen. Die einzelnen Stämme wurden von sogenannten Fürsten oder Häuptlingen geleitet. Das Gemeinsame war die Lebensweise, Kunst und Handwerk, das sie verbunden hat.
[ Priestertum ]
Wurde der Druidenhain von den Kelten als religiöser Versammlungs Ort genutzt? Die männlichen Priester der Kelten werden Druiden genannt. Aber es gab auch weibliche Priesterinen, die auch als Seherin oder Zauberin bezeichnet werden. Bemerkenswert ist die keltischen Frauen waren damals schon gleichberechtigt, verfügten über ihr eigenes Vermögen und fungierten als Familienoberhäupter wie ihre Männer. Es kann gut sein, dass der Druidenhain zu der Zeit als Ort der Druiden und Priesterinnen für religiöse Zeremonien genutzt wurde.
Wenn man sich den Druidenhain in Ruhe und im Detail ansieht, glauben manche Besucher Taufsteine, Opfertische aus Stein, Blutrinnen und Versammlungsorte zu erkennen wie zb. der Thron eine runde steinerne Sitzschale in einem der Felsen vor Ort. Die relative Nähe zu wichtigen keltischen Siedlungen könnte auch einen Hinweis für diese Theorie sein zb. auf dem Hochplateau Ehrenbürg unter dem Namen Walberla bekannt.
Wie bereits erwähnt aufgrund mangelnder Schriften aus dieser Zeit bleibt leider auch vieles der Vorstellungskraft überlassen. Vieles ergibt aber durchaus Sinn. Druiden waren aber nicht nur Priester, sie waren auch Gelehrte, Heilkundige und Wahrsager. Sie galten bei den Kelten gesellschaftlich als Oberschicht und Elite.
[ Wissenschaft ]
Seinen Namen Druidenhain im Volksmund bekam das Waldgebiet und seine Felsen Tektonik Ende des 19. Jahrhunderts. Vermutungen nach soll es sich um eine keltische Kultstätte der Druiden gehandelt haben. Aus wissenschaftlicher Sicht konnte das jedoch nie belegt werden. Die erstmalige schriftliche Nennung des Namens Druidenhain erfolgte in Brückners Wanderführer Die fränkische Schweiz und ihr Vorland, 3. Auflage von 1912.
Untersuchungen des Geologischen Instituts der Universität Erlangen im Jahr 1989 kamen nach etwa 30 Bohrungen zu dem Ergebnis, dass weitere Untersuchungen nötig seien. Es gibt auch noch andere Theorien, dass es sich bei der Anordnung der Felsen um ein eingestürztes Höhlensystem oder einen im Mittelalter genutzen Steinbruch handeln könnte.
[ Raubritter Eppelein v. Gailingen ]
Aus dem Mittelalter werden Erzählungen überliefert, dass der Raubritter Eppelein ( ca. 1300 – 1381) dort Versammlungen abhielt und von seinen Getreuen am 1. Mai 1339 um Mitternacht den Treueschwur abgenommen hat. Ebenso wollen Bewohner aus Wohlmansgesees in der selbigen Nacht tanzende Hexen im Druidenhain beobachtet haben.
Die Erzählungen sind unbestätigt, weil der Raubritter Eppelein zu einem Robin Hood der Fränkischen Schweiz mit viel Fantasie verklärt wahrgenommen wird, der die reichen Patrizier der Reichsstadt Nürnberg beneidete und die Handelswege rund um Nürnberg unsicher machte. Seine Burg Dramaus soll das Wiesenttal bei Muggendorf überragt haben.
Kein schönes Ende. Wegen seiner Raubzüge und Plünderungen wurde er nach Ergreifung auf der Veste Burg Thann eingekerkert und einige Wochen später in Neumarkt in der Oberpfalz im Jahr 1381 qualvoll hingerichtet.
[ Der Druidenhain heute ]
In der Gegenwart angekommen kann man unterschiedlichste Besucher im Druidenhain antreffen. Vom ganz normalen Wanderer, Esoteriker, Wünschelrutengänger, Metaphysiker, wissenschaftlich Interessierte und Neugierige ist ein bunter Mix an Menschen im Druidenhain unterwegs. Was jedoch alle wahrnehmen ist, dass dieser Ort eine besondere Energie ausstrahlt. Daher wird der Druidenhain auch als ein sogenannter Kraftplatz bezeichnet.
Auch zu besonderen Zeitpunkten wie Tag/Nacht Gleiche (2 mal im Jahr) und Vollmonden kann man in den Nächten dort Aktivitäten beobachten. Mir ist es selbst einmal passiert, dass wir mit ein paar Freunden Nachts um 2:00 Uhr uns neugierig auf den Weg machten. Dann steckte auf einem der haupt Zugangswege in den Druidenhain eine Art Speer Totem mitten im Weg mit einem Tierschädel/Geweih und Federn geschmückt und wir nahmen rings herum Bewegungen im Dunkeln wahr, dass uns so mulmig zumute wurde, der Puls etwas hoch ging und wir doch wieder umgekehrt sind.
Abschließend kann man sagen, der Druidenhain regt nach wie vor die Fantasie der Menschen an. Es ist ein wunderbarer, besonderer Ort, der mit seiner Ausstrahlung nach wie vor ein Erlebnis ist. Ein sogenannter Kraftplatz, wo man verweilen und Energie auftanken kann. Wer in der Region ist, sollte ihn unbedingt auf seine ToDo Liste setzen und einmal besuchen.
[ Die Fränkische Schweiz ]
Die Fränkische Schweiz, früher Muggendorfer Gebürg bzw. Muggendorfer Gebirge, ist eine Tourismusregion in Oberfranken (Bayern), die ihren Eigennamen durch kulturelle und geologische Besonderheiten erhalten hat. Es ist eine charakteristische Berg- und Hügellandschaft mit markanten Felsformationen und Höhlen sowie einer hohen Dichte an Burgen und Ruinen. Sie ist Teil der Metropolregion Nürnberg.
Die Region erstreckt sich über Teile der Landkreise Bamberg, Bayreuth und Forchheim. Zu den bekanntesten Orten gehören Pottenstein, Gößweinstein, Muggendorf, Ebermannstadt, Streitberg, Egloffstein und Waischenfeld.

Naturräumlich liegt die Fränkische Schweiz im Zentrum der Nördlichen Frankenalb. In der Naturräumlichen Gliederung der Fränkischen Alb wird das eigentliche Gebiet der Fränkischen Schweiz von den Naturräumen der Wiesent-Alb, der Heiligenstädter Flächenalb, der Hollfelder Mulde und der Doggersandstein-Alb abgedeckt.[1] Zu den Randgebieten gehören die Naturräume Gräfenberger Flächenalb, Pegnitz-Kuppenalb, Veldensteiner Forst und Weismain-Alb.
Die Fränkische Schweiz (in Bayern) verdankt ihren Namen Reiseschriftstellern des 19. Jahrhunderts. Ursprünglich hieß das Gebiet „Muggendorfer Gebürg“. Die romantischen Dichter und Entdecker fühlten sich durch die zerklüfteten Felsen, tiefen Täler und Erhebungen jedoch stark an die Alpen und die Schweiz erinnert und prägten so den neuen, klangvollen Namen
